kapelush
Maciej Golebiowski: Klarinette, Bassklarinette, Gesang
Roman Britschgi: Kontrabass, Gesang
Jörg Reissner: Gitarre, Gesang
Kapelush ist polnisch und heißt HUT. Das lädt freilich zu allerhand Wortspielen ein. Die man sich, weil sie altbewährt sind und das Beschreiben von Musik ohnehin ein untaugliches Mittel ist, sich Dieser zu nähern, nicht zu verkneifen braucht:
Also: was bringen Kapelush unter einen Hut? Klezmer, Funk, Jazz, Gustav Mahler, Balkan und grundsätzlich alles andere auch. Nun sind solche Mischungen in den letzten 20 Jahren nichts besonderes. Der "Wow, die trauen sich was" Effekt ist etwas verblasst und zieht nur noch bei Musikjournalisten und auch nur bei solchen, die noch in den alten, starren Gattungsbegriffen denken.
Sodann, was zaubern Kapelush aus dem Hut? Keine alten Hüte jedenfalls. Eine Mischung, bei der die ursprünglichen Materialien bis zur Unkenntlichkeit ineinander geschmolzen sind, was wahre Kunst ausmacht - kurzum: was EIGENES.
Konkreter: nix da Shtetl Idylle, nix da "Gringos versuchen sich in Balkansounds", nix da bemühte New Jewish Progressive Music...
Was aber dann? Verspielte Expressivität, augenzwinkernde Ernsthaftigkeit und ein ungemein virtuoses Experimentieren mit den Formen.
Hut ab. Mehr lässt sich dazu nicht sagen, selber hören, spüren, verführen lassen...
Richard Schuberth