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Pablo Held TrioAuch die zweite CD dieses Trios unterstreicht, dass Pianist Pablo Held, Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel eine der spannendsten jungen Gruppen im deutschen Jazz bilden. Handwerklich sind die drei 2009 mit Preisen überhäuften Musiker ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Die deutliche Weiterentwicklung gegenüber der Debut CD „Forest of oblivion" (Pirouet, 2008) basiert vor allem auf dem gewachsenen Vertrauen der Musiker in die eigenen improvisatorischen Fähigkeiten. Komponierte und arrangierte Teile werden jetzt in Improvisationen eingebunden, nicht umgekehrt. Dies kann im Einzelfall zu kuriosen Ergebnissen führen, etwa in „Desire", wenn eine fünfminütige Solo-Improvisation Helds mit einem zweiminütigen Trio-Teil beendet wird. Doch es löst auch immer wieder gruppendynamischen Höhenflügen aus, etwa in Herbie Hancocks „I have a dream" und vor allem im Titelsong, der mit ausgeprägten Dynamikwechseln fesselt. Held hat eine introvertierte romantische Seite, die in Messiaens „O sacrum convivium" oder der Eigenkomposition „Klartraum" zum Ausdruck kommt. Die besten Momente dieser starken CD sind aber mit der dynamischen Interaktion des Trios verbunden, wenn Burgwinkel ideenreich Akzente setzt, Landfermann sein harmonisches Feingefühl sonor ausspielt und Held darüber Melodien im Fluge komponiert. Der konsequente nächste Schritt sollte jetzt eine Live-CD sein. Hans-Bernd Kittlaus CD des Monats im Rondomagazin: http://www.rondomagazin.de/kritiken.php?kritiken_id=6920 "Endlich mal ein Klaviertrio, das nicht e.s.t. oder Bad Plus hinterher hechelt! Pablo Held, zum Zeitpunkt noch eineinhalb Monate von seinem 23. Geburtstag entfernt, und seine Partner, der Kontrabassist Robert Landfermann und der Schlagzeuger Jonas Burgwinkel, pflegen ein hingetupftes, an Zwischenräumen reiches, an Verzögerungen und Verdichtungen reiches Klangbild. Acht der zehn Titel hat er selbst komponiert – allesamt Kleinodien eines kammermusikalischen Jazz. Hinzu kommt eine Bearbeitung von Olivier Messiaens Chorwerk "O Sacrum Convivium", deren langsame Entwicklung jeden Ton besonders intensiv wirken lässt. Diese Fähigkeit, keine Note zu viel zu spielen, prägt auch die übrigen Stücke. In der zweiten Fremdkomposition, Herbie Hancocks "I Have a Dream" aus dem Bigband-Album "Prisoner", wächst aus einem packenden An- und Abschwellen, getragen von nervösen Schlagzeugrhythmen eine fein ziselierte Triopassage – grandios. Leise geht es in den zehn Stücken zu, und Vergnügen bereitet dem Hörer vor allem, wie sich aus den Einleitungen der Stücke vielschichtige akustische Ereignisse entwickeln. Dabei verzichtet die Band – im Gegensatz zu den modischen Trios – auf den durchgängigen Beat einer Rhythmusgruppe. Hier halten alle drei das perkussive Gerüst aufrecht, wodurch Piano, Bass und Schlagzeug immens großen Raum für eigene solistische Beiträge erhalten, die gleichzeitig Teil eines kontinuierlichen musikalischen Flusses sind. Die gleichermaßen packende und differenzierte "Music" des Pablo Held Trios setzt Maßstäbe für die Fortentwicklung des Klaviertrios fernab der modischen Trends. Sie ist ein Meilenstein des filigranen, kammermusikalischen Jazz."
Werner Stiefele, 20.03.2010
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